über die Haarseife ...

 

Warum Haarseife

Seife ist eine umweltfreundliche Alternative zu Shampoo, sie ist zu 100 % und in kurzer Zeit biologisch abbaubar. Sie reinigt die Haare im basischen Bereich (Shampoo im sauren) und pflegt und stärkt das einzelne Haar durch die unverseiften Öle und Bestandteile der Naturseife. Zu bedenken ist allerdings, dass in der Seife keine Silikone enthalten sind und somit Haarschäden nicht zugedeckt werden. Schon nach einigen wenigen Haarwäschen mit Seife ist die Silikonschicht abgetragen und der wahre Zustand des einzelnen Haares wird sichtbar. Erst jetzt können Pflegestoffe (zB auch eine Ölkur) ins Haar eindringen und von innen heraus stärken.

Tipps zur Haarwäsche mit Seife
 
Vorneweg – es gibt keine Haarseife, die explizit für feine oder lockige Haare geeignet ist. Haare mögen Öle (oder eben nicht) und da muss man sich einfach durchtesten, welche Öle der eigene Schopf bevorzugt.
 
Das Wichtigste, damit die Haarwäsche mit Seife funktioniert, ist Schaum, Schaum und noch mehr Schaum.
Zu wenig aufgeschäumte Seife "klebt" am Haar und lässt sich nur sehr schlecht ausspülen, es bleiben Ablagerungen auf der Kopfhaut, die Juckreiz und Schuppenbildung mit sich bringen, zurück oder das Haar fühlt sich klebrig, pappig und belegt an.
Viele Anwender denken dabei an Kalkseife, ganz oft ist es aber nur ein Fehler in der Waschtechnik.
Haarseife sollte nie zu sparsam eingesetzt werden.

Die Haare müssen gut durchnässt sein, auch das Seifenstück sollte nass sein. 
Damit die Seife besonders gut schäumt ist es manchmal hilfreich, das Seifenstück ein paar Minuten in einem Schälchen mit warmem Wasser einzuweichen und dann auf den gut durchnässten Haaransatz zu reiben. 
Wenn der komplette Kopfbereich eingeseift ist, das Seifenstück weglegen und den Seifenfilm mit Hilfe von etwas zusätzlichem Wasser (gerne auch das "Einweichwasser" des Seifenstücks verwenden) sehr gründlich aufschäumen, bis ein großer, fluffiger Schaumberg entsteht. Eventuell legt man dann noch ein zweites Mal mit etwas Wasser und Seife nach. Zuerst ist der Schaum also recht "dicht" und erst wenn er fluffig ist und regelrecht "fliegt", sollte man gründlich ausspülen.  

Da die Seife bekanntlich im basischen Bereich wäscht, stellt sich während des Waschens die Schuppenschicht auf. Daher empfehle ich, die Haare nach der Wäsche wieder „abzusäuern“; das schließt die Schuppenschicht und verleiht dem Haar den schönen Glanz. Wichtig: Zuerst sollte man den Seifenschaum sehr gut ausspülen. Zum Absäuern kann man handelsübliche Haarspülung (Balsam, Conditioner) verwenden oder eine saure Rinse. Diese kippt man sich als letzten Spülgang über die Haare und die Kopfhaut. 
 
Saure Rinsen, die bei mir schon geklappt haben: 
 
½ l Wasser + 2 EL Apfelessig (der Geruch verfliegt erst, wenn die Haare trocken sind 😉 ) 
½ l Wasser + 1 kräftiger Spritzer Zitronensaft aus der Plastikzitrone 
½ l Hagebutten-Hibiskustee, natürlich ausgekühlt (meine Lieblingsspülung) 
 
Zur Pflege kann man in diese Mischung noch 1 – 2 Tropfen Haaröl, Seidenprotein oder anderen Pflegeschnickschnack mischen. 

Ein letzter Tipp für alle mit längeren Haaren: kämmt die Haare erst, wenn sie trocken (oder fast trocken) sind. Ich selbst kämme nass nur den Scheitel und meine Wirbel zurecht und warte bis sie ca. 80 % trocken sind. 

Da sich die Schuppenschicht aber sowieso innerhalb 24 Stunden von selbst wieder anlegt, kann man mit kürzeren Haaren getrost auf Spülung, Rinse und Balsam verzichten. 


meine Empfehlungen

stärkt das Haar, pflegend

Die Wiener Neustadt-Seife mit pflegendem Macadamianussöl, wirkt kräftigend, bringt Volumen

für weiches, seidiges Haar

Honig und Hafer: Hafermilch wirkt konditionierend; ebenso in der Dark Velvet Seife enthalten.

für Kopfhautprobleme

entzündete Haarwurzeln? Schuppen? belegte Kopfhaut? Das Teebaum- und das Callophyllumöl in der Kohle Seife können helfen.

auch nicht schlecht

Oud (alleine schon wegen dem Duft und dem Glanz im Haar)
Lavendel (stärkt Haare und Kopfhaut)
Adam und Eva (sehr milde Reinigung, toller Schaum)
Karamell Honig (wenns mal ohne Duftstoffe sein soll)

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Hier hab ich für euch ein Video gemacht, wie das mit der Haar- seife funktioniert


Troubleschooting

Warum klappt´s bei mir nicht mit der Haarseife?

gefärbte/blondierte Haare:
Das gefärbte Haar ist zumeist von der Blondierung bzw. Farbe vorgeschädigt und deshalb kann sich die Schuppenschicht nicht mehr flexibel öffnen und schließen. Die Haare verhaken dadurch mehr. Außerdem zieht Haarseife Haarfarbe aus dem Haar. Wenn überhaupt möglich, dann ist ein guter Naturkosmetik-Balsam essentiell.

Silikone/Parabene:
Silikone und Parabene bilden rund ums Haar einen Film, der das Haar umschließt und gesund aussehen lässt. Leider wird das Haar darunter regelrecht ausgehungert, und wird erst recht brüchig und stumpf. Haarseife wäscht wesentlich milder als Shampoo, deshalb kann die Schicht aus Parabenen und Silikonen durch Haarseife erst nach mehreren Wäschen aufgelöst werden - die berühmt-berüchtigte Umgewöhnungszeit! (Solange noch Rückstände von S./P. im Haar sind, könne diese die Seife binden und sind für ein belegtes Gefühl verantwortlich.)
Nach 4 Haarwäschen sollte das Problem eigentlich behoben sein und die Haare können von den Vorteilen der Haarseife profitieren und Nährstoffe können wieder direkt ans und ins Haar herankommen.

Kalkseife:
Unter Kalkseife verstehen wir die Ablagerungen aus Kalk und Seifenresten im Waschbecken. Diese Ablagerungen sollte es auf unseren Köpfen nicht geben, wenn die Waschtechnik (genug Schaum) und auch die mechanische Reinigung passt.

Überfettung:
Selbst geringe Reste der Überfettung sind zwar im Waschbecken ein Übel, aber auf unserer Kopfhaut (und auch von den Haaren) wird diese kleine Menge an Fett aufgesaugt und wirkt pflegend. Haarseifen mit einer zu geringen Überfettung (also unter 6% würde ich selber nicht waschen wollen - für mich ist alles zwischen 10 und 15 % angenehm) wirken austrocknend und veranlassen die Kopfhaut schneller nachzufetten (das ist auch der Effekt, den Shampoo auf die Kopfhaut hat.)